Die EU und die Pinnwand-Zensur

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Liebe Artikel-13-Befürworter,

 

ich versuche es mal mit einer analogen Erklärung: So eine Internet-Plattform (twitter, instagram, facebook …) ist wie eine Pinnwand. Jemand stellt die Pinnwand zur Verfügung und jeder darf dort fast alles anbringen, so wie er das will. Das nennt man Freiheit. Bringt jemand etwas Illegales an, bekommt er (gelegentlich) Ärger. Der Pinnwand-Aufsteller kann nichts dafür und wird auch zumeist nicht belangt.

 

 

Mit Artikel 13 soll jetzt der Pinnwand-Aufsteller dafür haften, wenn jemand anderes etwas Illegales an diese Pinnwand heftet.

Konsequenz? Der Pinnwand-Aufsteller lässt nicht mehr jeden nach Belieben etwas veröffentlichen, sondern Beiträge müssen vor der Veröffentlichung bei ihm eingereicht werden und er entscheidet dann, was an seine Pinnwand kommt oder nicht. Und weil er sicher sein will, keinen Ärger zu bekommen, veröffentlicht er einen eingereichten Beitrag im Zweifel lieber nicht. Das könnte man Zensur nennen.

Und weil es in diesem Internet nicht um einige wenige, sondern um Milliarden Beiträge am Tag geht, passiert diese Zensur maschinell durch einen Filter. Technisch ist das nichts Besonderes. Nordkorea und der Iran sollen damit schon gute Erfahrungen gemacht haben. Und nun also Europa.

Wollt Ihr ernsthaft, dass wir später neidisch nach Großbritannien schauen, weil bei allem Chaos des Brexit die Upload-Filter den Briten erspart geblieben sind? Ist Euch eigentlich bewusst, wie sehr Ihr denen in die Hände spielt, die die Europäische Union lieber heute als morgen auflösen würden? 

Europa ist unsere Zukunft. Eine andere haben wir nicht. (Das ist ein Zitat von Hans-Dietrich Genscher. Gut, dass es noch keine Upload-Filter gibt, sonst würde dieser Beitrag deshalb vielleicht nicht veröffentlicht werden.)

Also, liebe Freunde, die Ihr (noch) für diesen Artikel 13 seid: Denkt noch einmal darüber nach und macht es den Freunden Europas nicht noch schwerer, als es ohnehin schon ist.

Danke.